Trends

Stil im Schlagabtausch


Heller wird’s nicht. Eisernes Gesetz der Designer ist, dass „Weiß“ jede Saison aufs Neue einmal von Kopf bis Fuß vorkommt. Simone und Jonas gehen der Frage nach, ob Weiß so tragbar ist.

LOVE
Simone: Unschuldig, erfrischend und luftig. Sphärisch, sauber und sommerlich. Die Assoziationskette mag bei weißen Outfits gar nicht enden. Ich mag diese Optik, die alles -Umgebung eingeschlossen- förmlich erstrahlen lässt.

Weiße Kleidung von Kopf bis Fuß ist heikel, da gebe ich den ewigen Nörglern recht. Doch wer sich mittags vor einer wild gewordenen Spaghetti und anschließenden Flecken fürchtet, der fährt wohl auch in anderen Belangen mit angezogener Handbremse. Diese Denke schadet dem Mode-Motor!

Es könnte… vielleicht wird ja.. es sieht so aus, als ob.. Ja, wie sieht denn der weiße Sommerlook aus?! Genau, faszinierend. Weil dieses stark Reflektierende so unwirklich scheint, dass sogar der anstrengende Alltag unangestrengt schön wirkt.

Die Nichtfarbe hat es als Trend nicht nur in der Mode, sondern in allen Lebensbereichen weit gebracht. Wer sich bei der Kleidung für Weiß entscheidet, will zwar vermutlich nicht zu innig berührt, aber gern gesehen werden.

Kleiner Trost: Wir dürfen im Sommer trotzdem schwarz sehen! Oder derart wild gemustert, bis der Arzt mit -ihr ahnt es – weißem Kittel vor uns steht. Der Weiß-Trend wird zwar seit Jahren totgesagt, doch pünktlich mit den Sonnenstrahlen ist er wieder da. Verblendung, für alle!

HATE
Jonas: Wer erinnert sich nicht an den Werbespot mit der „German Kleinigkeit“? Schauspielerin Mia Florentino (ja, ich habe recherchiert) tanzt im weißen Kleid durch das Bild und schwärmt von einer Kokospraline. Überraschenderweise stört mich Hobby-Misanthropen der zahnarztgebleachte Aufzug der Schauspielerin kein bisschen.

Bei der Frage nach dem Warum lehne ich mich einfach mal ganz weit aus dem Fenster und sage: Weiße Kleidung funktioniert gut bzw. nur in weißer Umgebung. Beispiel? Sogar die verdammte Villa in dem TV-Spot ist weiß!

Im Umkehrschluss dürfte klar sein: Findet der weiße Overkill nur in deinem Outfit nicht aber in deiner Umgebung statt, kannst du ziemlich sicher sein, dass dein Outfit (und somit auch du) dezent deplatziert wirkt. Bezüge auf die Kluft von Krankenschwestern und Kommunionkindern spar ich mir einfach mal, die dürften nämlich mehr als offensichtlich sein.

Doch auch wenn in ganz seltenen Fällen die Wirkung der weißen Klamotte stimmen sollte, kann man sich jegliche andere Aktion außer einfach nur rumzustehen eh sparen. Berührungen der Kleidung mit der „materiellen Welt“ führen nämlich zu hübschen, kleinen Flecken, die dank weißem Untergrund richtig schön knallen und die Augen stilkritischer Betrachter wie bei einem  Malen nach Zahlen-Bild von Fleck zu Fleck wandern lassen.

Es hilft nichts, weiße Outfits gehören in die schöne Werbewelt, wo die Kokospralinen auf Eiswürfeln serviert werden und kein Fleck die Reinheit eines weißen Stoffes je trüben wird.

via Harper’s Bazaar – Fashion

Tags:

0 Kommentare

Bitte einen Kommentar hinterlassen