Trends

Stil im Schlagabtausch


Blickt ihr bei diesem Trend durch? Handtaschen aus semi- oder gänzlich transparentem Material erobern gerade wieder die Straßen. Simone und Jonas sind unterschiedlicher Meinung, ob diese Taschen tragbar sind.

LOVE

Simone: Ich habe keine Geheimnisse. Warum also nicht zu einer transparenten Tasche greifen? Mir gefällt es, dass wiederkehrend mit dem Frühjahr/Sommer diese Modelle auftauchen. Sei es in witziger Form wie bei Chanel®s Clutch in Kasettenform oder als großer Weekender wie demnächst bei Acne:

Egal wie bekannt oder gehypt das jeweilige Label letztlich sein mag, bei diesen durchsichtigen Modellen schwingt immer etwas Trash oder zumindest Strandtaschenflair mit. Ist doch grandios, wenn man etwas aus kindlichem Vergnügen mag und nicht nur aufgrund seiner „Eleganz“.

Stresst euch nicht unnötig wegen dem einsehbaren Inhalt. Bei den meisten dieser transparenten Taschen gibt’s ohnehin einen kleinen Beutel für vermeintlich Privates dazu. Ich sehe das stattdessen aus einem anderen Blickwinkel: Zum einen hält mich solch eine Tasche an, nicht alles willkürlich reinzuwerfen. Zum anderen können dann hübsch verpackte Lippenstifte, mondänge Sonnenbrillen oder auch mal ein cooles Magazin oder Buch ganz gezielt präsentiert werden.

Man wird über seine Tasche analysiert? Das wird man doch auch, wenn man eine Birkin Bag oder eine GG&L-Tasche trägt… oder etwa nicht? Wer mag, kann mit absichtlich irreführendem Tascheninhalt für Verwirrung und Gesprächsstoff bei anderen sorgen. DA bin ich doch gern Taschen-Exhibitionistin!

HATE

Jonas: Mein „Plädoyer“ eröffne  ich mit einem kleinen Spiel: Was fällt euch ein bei dem Stichwort „Handtasche aus echtem Leder“? Ist man nicht gerade Tierschützer, erhellen sich meist die Gesichtszüge, man denkt an Prada, Fendi, an italienische Manufakturen und schwelgt in herben Dufterinnerungen an dieses Material.

Ok, nun nochmal das gleiche mit „Handtasche aus echtem PVC“. Sollte es im Gesicht überhaupt eine Gefühlsregung geben, dürfte diese zweifelnder Natur sein, wie eine oder beide nach oben gezogene Augebrauen. Man denkt an die Schwester der Schwiegermutter, die eine Restpostenhandlung in einem deprimierenden Teil der Stadt betreibt, an versiffte Küchenböden und plötzlich sieht die Modewelt gar nicht mehr so schön und glamourös aus.

Da hilft es dann leider auch nichts, wenn der Kunststoff dieser Tasche transparent ist und in allen möglichen Farben angeboten wird. Und überhaupt: Wer zeigt denn bitte freiwillig den Inhalt seiner Tasche?

Facebook-Fetischisten, die sowieso jeden kleinsten Winkel ihrer Persönlichkeit auf ihrer Pinnwand verewigen, dürften an diesem Stück Geschmacksverirrung wohl ihr reine Freude haben. Doch wer zumindest die letzten Bastionen der Privatssphäre schätzt, sollte die Finger von solchen Taschen lassen.

via furla.com, net-a-porter.com und style.com

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