Trends

Stil im Schlagabtausch


Volumen ein/aus. Ist „Oversize“ als aktueller Modetrend oho oder ist das zusätzliche Volumen out? Simone und Jonas haben unterschiedliche Vorstellungen zur Silhouette.

LOVE
Simone:
Oversize ist toll. Keulenärmel, Schößchen an Taille und Hüfte oder gleich die Egg Shape: Ich finde die neuen, voluminösen Kleidungskonturen für den Winter 2011/2012 toll! Ungewohnt, bauschig und dabei ideal zum Kombinieren!

Figurbetont kann, doch muss nicht immer schön sein. Dann lieber mit der Silhouette spielen – Oversize lässt sich äußerst maskulin stylen. Wer wird denn für breite Schultern zu schüchtern sein? Zugleich ist es ein Trend, der mit ausgestelltem Rock die femininen Formen wunderbar überhöht.

Wer Angst vor dieser Unförmigkeit hat, hat auch Angst vor unharmonischen Farben und vor Mitmenschen, die über dämliche „du hast so und so auszusehen“-Ratschläge verfügen. Machen wir uns nix vor:

Ich habe eine kurvige Figur, die vermutlich manchen zusagt, anderen wenig bis gar nicht. Nur weil ich mich in rundlich geschnittene Klamotten schmeiße, werde ich davon nicht dicker. Ein anliegender Pulli macht mich im Umkehrschluss ja auch nicht dünner, als ich de facto bin.

Kaschieren sollte niemals Tragegrund sein. Wisst ihr was, kaschiert euch selbst! Oversize lasse ich mir nicht verbieten.  Notfalls kämpfe ich dafür, mit Keule und Eiern bewaffnet.

HATE
Jonas:
Und wieder einmal sagt die Mode dem menschlichen Körper den Kampf an. Der Schuldige heißt diesmal Oversize und Leidtragender ist nicht ein bestimmtes Körperteil bzw. –partie, sondern – ganz simpel – der Körper an sich.

Der ist den Trendjüngern nämlich einfach zu langweilig. Zwei Arme, Zwei Beine – die herkömmlichen Extremitäten reichen nicht mehr, um sich modisch auszudrücken.

Die Trends der Straße verraten: Solange uns keine neuen, kleidsamen Körperteile wachsen, verformen, verzerren und pumpen wir eben die alten mithilfe wilder Stoffkonstruktionen auf. Hauptsache Effekt!

Zugegeben, die wuchtigen Keulenärmel erinnern mich an die putzigen Power Puff Girls. Ein Plus für mich, doch gilt das Plus auch, wenn man als seriöse Dame mit modischem Geschmack durchgehen will? Ich würde in diesem Fall ganz schüchtern mit dem Kopf schütteln.

Denn auch hier greift ein Phänomen, das man schon von anderen Modetrends gut kennt: Auf den ersten Blick wirkt’s ganz witzig, auf den zweiten, dritten, vierten meist nur noch abgefahren bis untragbar.

Bleibt dann wenigstens noch eine nützliche Seite des Trends? Zumindest hier kann der Trend punkten, gesetz dem Fall, man will in den geräumigeren Gegenden seiner Kleidung Essensvorräte für den Winter bunkern. Bei übergroßen Pullis, Mänteln etc. findet man nämlich immer ein ungenutztes Fleckchen.

Wer sich in einer Umkleidekabine in Oversize-Montur ein paar Minuten zur Betrachtung nimmt und den ersten Eindruck abgewehrt hat, wird merken: Das Spiel mit unnatürlichen Größenverhältnissen hat sich spätestens seit Alice im Wunderland erledigt.

via Vogue.co.uk und Mytheresa.com

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