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Stil im Schlagabtausch


Für und Wider der Flatforms. Irgendwo zwischen Begeisterung und Backstein liegt die modische Wahrheit dieser Plateauschuhen. Simone und Jonas stellen ihre Sicht der Dinge nun vor:

LOVE
Simone: Flatforms sind fabelhaft. Mit diesen Plateauschuhen vereint man die Absatzhöhe eines Pumps mit der Bequemlichkeit von Ballerinas oder sogar Sneakers. Was kann die zwischendurch von Stilettos geplagte Frau daran nicht gutheißen?

Mich persönlich verzaubern aktuell die mittelhohen, vergoldeten Sohlen bei Stine Goya besonders. die schneeweißen Stoffschuhe, die Chloe Sevigny für Opening Ceremony entwarf, sind ebenfalls toll. Natürlich machen diese Schuhe kein „schlankes Bein“ (was für eine dämliche Wendung), wie viele mäkeln. Müssen sie auch nicht.

Denn diese Plateaus stehen für eine trotzige bis etwas eigenwillige Haltung der Jungen und Jungegebliebenen. Und zwar seit Jahrzehnten! Man denke nur an die Teds der 1950er mit ihren Creepers, die von den Punks wieder entdeckten wurden. Oder die Raver aus den 1990er, die ihre ihre Zugehörigkeit gern mit monströsen Buffalo Towers zeigten.

Mir reichen heute kleinere Plateaus, danke. Doch wozu beschwören -vor allem Männer- den „Mode-Clown“ herauf? Ich will eben mehr als nur sexy Schuhe tragen. Filigrane Sandalen an noch filigraneren Frauenfüßen, so wäre es wohl recht. Pfff! Was für eine langweilige Vorstellung, wenn ein vermeintlich vorherrschender Geschmack die Mode sturr diktiert.

Um mit den Gewürzmädels der Popmusik und berühmten Plateauträgerinnen abzuschließen: Girl Power!

HATE
Jonas: Comic-Superhelden haben – wie selbst der unnerdigste Mensch weiß – irgendwelche Attribute, magische oder technische Accessoires, die zwar allesamt ziemlich mächtig sind, aber bei genauerer Betrachtung auch ein wenig lächerlich aussehen. So ähnlich ist es bei den Flatforms.

Würden die nämlich ihre Trägerin zur Superheldin befördern, hieße die bestimmt Superfashionista und könnte mit ihren zentnerschweren Flatforms die Ungerechtigkeiten dieser Welt, wie zum Beispiel überteuerte Wildlederstiefel, die nach 3 Tagen aussehen wie das älteste Paar Schuhe im Schrank, einfach so “aus der Welt trampeln”.

Ok klar, ganz so schwer sind die Flatforms natürlich nicht, aber ihr müsst doch zugeben: Gewisse Flatform-Modelle (und damit meine ich fast alle) haben – zumindest rot angepinselt – doch irgendwie was von Backsteinen. Also… tragen oder lieber eine Fensterscheibe damit kaputt werfen?

Aufgrund der happigen Preise für Fensterglas und dem nicht allzu weit hergeholten Appeal eines Medizinschuhs, plädiere ich ganz klar für: Weder noch.

Doch weil ich heute einen ganz besonders menschenfreundlichen Tag habe, gebe ich euch Flatform-Liebhabern eine Liste mit (meiner Meinung) sehr nützlichen Flatforms-Anwendungsmöglichkeiten an die Hand:

Als besonders ironischer Briefbeschwerer, als Türstopper, der dem Raum studentisches WG-Flair verpasst, als girly Hammerersatz, um auf einem Festival die Zeltheringe in den Boden zu klopfen, als vorsetzlich gekaufter Fehlkauf, über den man mit Freundinnen stundenlang lästern kann, als neuer bester Freund für die blinde Haustier-Schildkröte, als Hilfsmittel zum Blumenpressen für bücherlose Menschen… usw. usf.

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