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Stil im Schlagabtausch


Mollige Wärme oder doch Michelin-Männchen-Vergleich? Dieses Mal debattieren Simone und Jonas über das Für und Wider der voluminösen Daunenjacken, die unser Stadtbild seit einiger Zeit prägen.

LOVE
Simone:
Ich mag Daunenjacken. Weil sie genau das machen, was ich von einer Winterjacke erwarte: Sie halten Schnee, Regen und alle weiteren Zwischenformen des Niederschlags stand. Sie schützen dich vor dem fiesen Wind, der eisig durch die Straßenschluchten pfeift.

Jetzt kommt ihr an und meint „Pfff.. das können andere Jacken und Mäntel auch und sind dabei viel ansehnlicher?“ Ja, wo sind denn eure Wundermäntel bitteschön?!

Ich habe letztens einen gefütterten Parka probehalber anprobiert und bin angesichts dessen monströsen Eigengewicht beinahe zu Boden gegangen. Punktsieg, oder wie… Da lobe ich mir die federleichte Variante.

Der Wintermantel aus Wolle kratzt mich am Hals und bittet bei der Knopfleiste die Kälte unaufgefordert herein. Ein Dufflecoat ist mir zu tantig, Lammfelljacken viel zu empfindlich. Ich bleibe daher bei der Daunenjacke.

Außerdem sind die Modelle nicht nur im laaangweiligen Schwarz, Braun, Grau und Khaki (allein dieses Wort!) erhältlich. Ich verstehe die Tendenz nicht, sich während dunkler Monate noch dunkler als sonst anzuziehen?

Da lobe ich mir knalliges Pink, Kobaltblau und andere leuchtende Farben – das sieht sowohl bei fluffigem Schnee in Weiß als auch in Städten häufiger vertretenem Matsch in Grau toll aus!

Das voluminöse Innenfutter und die Steppung tragen optisch auf? Meinetwegen. Doch das ist mir so was von egal! Es zählen die inneren Werte der Jacke: Warm ist im Winter wichtiger!


HATE
Jonas:
Da dürfte selbst Captain Planet überrascht die Stirn runzeln: Schlechter Stil regt das grüne Gewissen an und bringt den grünen Daumen zum Jucken und Leuchten. Tatsache!

Seit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko haben viele andere Themen meinen Kopf belagert (nicht, dass mich der Vorfall mich in irgendeiner Weise kalt gelassen hat). Doch ein Blick auf ein in schwarze Daunenjacken gewandetes Pärchen genügt und meine Gedanken kreisen sofort wieder um arme, ölverschmierte Pelikane.

Unfair aber wahr: Trotz aller superleichten Materialien und Stoffe, aus denen die Jacken gearbeitet sind, sehe ich einfach nur eine zähflüssige, schlammige Masse, die sich um einen Menschenkörper hüllt. Unelegant, schwerfällig und insgesamt ziemlich unangenehm, oder?

Sind die matten Exemplare einer Daunenjacke schon ziemlich schwierig, treiben es die glänzenden Jacken in Sachen Unansehnlichkeit auf die Spitze. Statt mich jetzt aber in ganzen Tiraden diesbezüglich zu verausgaben, lass ich nur kurz mal die Muskeln spielen und werfe einen Gedanken in den Ring: Ist das Glänzen der Daunenjacken sozusagen das Sequel zum Glitzern der Ed Hardy-Shirts?

Natürlich besitzt Wintermode einen hohen praktischen Anspruch (immerhin will man ja eisigen Temperaturen trotzen), doch auch Jacken aus natürlicheren Materialien, die zudem nicht wie Fetzen eines Zeppelins aussehen, halten den Körper ausreichend warm.

Außerdem… wenn man schon mal die Wahl hat, warum dann aussehen wollen, wie eine Figur aus einer schlecht gemachten Reality-TV-Serie, die angeblich in St Moritz spielt (die insgeheim aber irgendwo im Erzgebirge abgedreht wurde)?

via Stylebop.com

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