Trends

Stil im Schlagabsatz


Treiben wir es (zu) bunt? Knallige Farben sind für den Sommer kein Novum. Doch während vergangene Saison die krassen Kontraste zählten, geht es jetzt in Richtung Two Tone. Simone und Jonas streiten, über Sinn und Unsinn von farbigen Ärmel.

LOVE

Simone: Man sollte Blicke in geordnete Bahnen lenken. Am besten in Stoffbahnen. Deshalb kommt mir der aktuelle Two-Tone-Trend bei Blusen, Tops oder auch Kleidern gelegen. Solche Farbakzente sind ideal, um Vorzüge zu betonen und dazu verträglicher für die Augen als der omnipräsente Farbmix aus dem Vorjahr.

Ich fand die zweifärbigen Kontraste an Ärmeln, Taille oder Hüfte schon in den Kollektionen für Herbst/Winter toll. Doch der Klassiker Schwarz-Weiß ist auf Dauer dröge, das weiß jeder. Für den Sommer muss es – wenn schon, denn schon – zur neutralen Farbe krachen. Gebt mir Pink, Neongelb und Grasgrün fürs modische Glück!

Besonders an schlichter, schnörkelloser Kleidung kommt das „neue“ Colour Blocking toll zur Wirkung. Ich mag vor allem Etui- und Maxikleider mit breiten Kontraststreifen. Oder das gute, alte T-Shirt in Weiß, Grau oder Schwarz, das mit so wenig Farbe auf einmal so viel cooler ist.

Wer mag, kann das Zwei-Farben-Konzept diesen Sommer von Kopf bis Fuß verwirklichen. Die Designer haben mit zweifärbigen Pumps und Handtaschen den Trend konsequent durchgezogen. Nur bitte nicht zu gewollt: Allzu viele Blockstreifen in einem einzigen Outfit blocken sich dann tatsächlich gegenseitig. Ansonsten bin ich für Two und Tri Tone, doppelt und dreifach!

HATE

Jonas: Bei dem Begriff Colour Blocking muss ich immer an ein kleines Kind denken, das sich mit bunten Bauklötzen Türmchen zusammenbaut (schon allein wegen dem Begriff „Colour Blocking“).

Jaja schon gut, ich werde jetzt nicht das ausgefeilte Handwerk des Modedesigns mit nachmittäglichen Beschäftigungen eines Vorschulkindes gleichsetzen. Der Modedesigner ist da ja doch ein wenig reflektierter.

Doch eines hat das Vorschulkind dem Designer voraus: Ohne Skrupel lässt das Kind seine Türmchen einstürzen trotz großer Sorgfalt beim Aufbau. Tja und der Designer? Der würfelt sich eine neutrale und eine poppige Farbe zusammen und nennt es Sommertrend.

Prinzipiell ist es ja keine schlechte Idee, das Spiel mit den beiden verschiedenen Tönen, die sich einander ergänzen (sollen). Doch die Kombis, die ich dann auf den Teilen zu sehen bekomme, sind mir dann doch eine Spur zu willkürlich.

Wo bleibt die feine Linie, die witzige Idee, der intellektuelle Anspruch? Wenn die Vision des Designers lediglich daraus besteht, zwei, drei Farbtöne auf die ein oder andere (meist eher öde) Art zusammenzuschweißen, ist es wohl Zeit, erstmal auf Distanz zu dieser Marke zu gehen.

Natürlich hat farblicher Minimalismus seine Daseinsberechtigung, doch hatten wir das nicht schon mal bei Benetton und H&M vor ungefähr 15 Jahren? Und jetzt noch mal das Gleiche, bloß ein wenig aufgeblasener und für einige Euros mehr? Ich sage: Danke, aber nein danke!

Bilder via net-a-porter.com

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