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Stil im Schlagabtausch

Schuhe, die der Schwerkraft trotzen. Die so genannten „Heel-less Platforms“ sind im Mode-Mainstream angelangt. Doch wie sind diese absatzlosen Schuhe mit 18cm Höhe und mehr – fantastisch oder furchtbar? Simone und Jonas haben da ganz unterschiedliche Perspektiven.

LOVE
Simone:
Wow. Dieses Wort fällt im Zusammenhang mit absatzlosen Schuhen, ich höre darin einen bewunderndem Unterton. Auf diesen Teilen kann man laufen? Kann man, Daphne Guinness und Lady Gaga machen es mit Bravour seit gefühlt ewiger Zeit vor.

Nun haben selbst klassische Labels wie Giuseppe Zanotti für den Sommer 2012 die ungewöhnlichen Plateaus für sich entdeckt, Jeffrey Campbells Version „Nightwalk“ entwickelt sich zum überall präsenten Bloggerschuh. Mein Selbstversuch ist ausständig, die Begeisterung für die Schuhe aber bereits vorhanden!

Futuristische Skulpturen, die dem vermeintlichen Ideal von Schuhwerk einen ordentlichen Tritt verpassen. Statt lieblicher Sandalen will ich bizzare Plateaus. Macht mich riesig, unübersehbar und amazonenhaft! Sollen die Leute doch glotzen, ich stehe im wahrsten Sinne des Wortes darüber.

War nun Olivier Theyskens für Nina Ricci zuerst mit dem Revival der Heel-less Shoes dran? Oder doch Noritaka Tatehana? Egal, weil im Prinzip ist’s ein alter Hut.. ähm.. Schuh. Bereits in der Renaissance wurden „Chopines“ in Europa getragen. Die „Okobo“ sind wiederum fest in der japanischen Geisha-Kultur verankert. Die jetzigen absatzlosen Schuhe wirken tough, sind für mich trotz High Fashion auch immer im Fetisch angesiedelt.

Schuhe werden gern starr nach Geschlecht unterteilt. Und plötzlich verschwindet diese Grenze zusammen mit dem Absatz: Frau wie Mann tragen diese Treter. Genial! Mode sollte öfters Fragen aufwerfen, schön steht häufig für Langeweile. Für alle heißt es aber üben und den richtigen Schwerpunkt finden: Nur wer ohne Wackeln darin laufen kann, wird diesen Schuhkunsterken gerecht!

HATE
Jonas:
Mensch, wie lange habe ich darauf gewartet. Vorbei sind endlich die Tage, in denen man selbstsicheres Auftreten vor allem mit einem tadellosen Outfit erzeugte. Schaut man sich die absatzlosen Schuhe an, dann dürfte die Devise lauten: Eigene Unsicherheiten gehören überdeutlich ins Outfit integriert! Komplexe sind Schmuck und sollten auch so getragen werden.

Oder habe ich die Botschaft der „Heel-less Platforms“ falsch verstanden? Ich bin verdammt unzufrieden mit meiner Körpergröße, würde aber irgendwie auch gerne mal atemberaubend groß wirken… so oder so ähnlich würde ich die Wirkung dieser Schuhe komprimiert wiedergeben.

Die angestrebte Luft- und Leichtigkeit löst sich ob wildem Herumschwankes dank fehlendem Absatz schnell in.. naja, Luft auf. Im Vergleich dazu tänzeln die Bierbedienungen von der Wiesn wie die zartesten Ballerinapüppchen über den Dielenboden.

Tja, das ist die Krux bei der Sache. Die Dame wünscht mit diesen Schuhen einen eleganten, unabhängigen Look. Statt Eleganz leuchtet in meinem Kopf jedoch das Wort „Hilfsbedürftigkeit“ auf. Kommt eine Frau mit solchen Schuhen auf mich zu, gehe ich vorsichtshalber schon mal in die Knie in eine Auffangstellung… nur für den Fall, dass diese „Schubserschuhe“ halten, was sie versprechen.

Versuchten empfehle ich: Schließt beim Kauf dieser Treter gleich noch die passende Fall-Versicherung dazu ab. Denn für Opfer schlechten Schuhgeschmacks gibt es beim Roten Kreuz nicht mal ’nen kalten Kaffee.

via Style.com und Polyvore.com

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2 Kommentare

  1. FashionFreakFred

    Sauber, der Jonas als Kavalier der alten Schule, der Fashion-Victims vor schwereren Verletzungen bewahrt! Go Haters!!!

  2. Wer hat’s wohl erfunden? Wohl männliche Schuh- und Fußfetischisten, die uns Frauen entweder auf ein Podest oder “tönerne Füße” stellen wollen. Auf beidem steht sichs schlecht. Außerdem muss ich irgendwie an diese eingeschnürten Geisha-Füße denken …

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