Designer

Der Münchner Designer Patrick Mohr wird auch diese Saison seine Mode auf der Fashion Week Berlin präsentieren.

Die deutsche Modeszene ist gespannt, denn fern ab der kreativen Oberschicht in Berlin erfindet Mohr seinen ganz eigenen Stil abseits von Klassen und Geschlechtern.

Nicht nur die Materialien für seine letzten Linien waren unkonventionell (wie zum Beispiel Frischhaltefolien und Anorakseide), sondern auch seine Models sind normalerweise nicht auf dem Laufsteg zu finden. Kalkül oder Kampfansage? Am Ende des Textes findet ihr noch ein Video mit BerlinFashion.TV, in dem Patrick Mohr über das Stilmittel der Provokation spricht.

Für seine von der Obdachlosigkeit inspirierte Kollektion engagierte er echte Obdachlose und ließ sie in Lumpen und mit aschebeschmierten Gesichtern über den Catwalk laufen.

Bei den Schauen im Januar hingegen bekam man in Plastikfolie gekleidete Bodybuilder (in der männlichen wie auch in der weiblichen Version) mit bunten Perücken und Zuckerwürfel im Mund zu sehen, die teilweise mit einem Handkarren über den Laufsteg geschoben wurden.

Ein wichtiger Punkt in seiner kreativen Arbeit ist stets die geschlechtslose Tragbarkeit seiner Mode. Wie in der aktuellen Spring/Summer Kollektion 2010 sind seine Tops, die fast wie Kleider anmuten, sowohl für Frauen wie auch Männer gedacht.

Deren Farbpalette ist eher gesetzt: Schwarz, Weiß und Anthrazit bestimmen das Bild. Das Spiel mit den Formen ist hingegen schon fast brutal.

Von manchen Stücken hängen die Fäden noch herunter, die Hosen sind zu übertrieben breiten Stoffdreiecken verkommen. Die Cardigans reichen in Teilen bis unter die Knie. Das Bild der Zerlumptheit zieht sich durch die gesamte Kollektion.

Bei der Frage nach seinem Konzept entgegnet er, dass er kein Konzept habe. Er sei einfach so, er könne nicht anders.Was da Feines und Neues aus dieser Konzeptlosigkeit entstanden ist, kann am nächsten Freitag bei der Mercedes Benz Fashion Week Berlin bestaunt werden.


BerlinFashion.TV

Tags: , , , Patrick Mohr

2 Kommentare

  1. berlin ist das neue new york!

  2. Cool, der Patrick! Ich kenn ihn noch aus München vom weggehen. Fand die Show in Berlin sehr nice mit den ganzen Bodybuildern als Models. Er macht halt kein Mainstream ;-)

Bitte einen Kommentar hinterlassen