Know-how

Anforderungen & Arbeitsweise

Leitfaden zur Orientierung. Nicht erst seit dem Boom an TV-Castingsshows gilt Model als Traumberuf. De facto geht dieser Traum für einige Frauen und Männer auch tatsächlich in Erfüllung. Für viele aber nicht…

Der Weg zum professionellen Model und eine erfolgreiche Karriere ist alles andere als leicht. Wir wollen euch weder den Mut nehmen noch überzogenen Vorstellungen unterstützen.

Unser Ratgeber zum soll euch einfach aufzeigen: Wie funktioniert eine Modelagentur überhaupt? Wie werde ich Model?

Eine Modelagentur schöpft aus einem „Pool“ an Erfolg versprechenden Models, die bei Fotoshootings, Auftrags- und Wohnungssuche unterstützt werden. Diese wertvolle Basis an Vollzeitmodels ist stark von der Größe und Ausrichtung der Agentur abhängig. Daneben vermittelt die Agentur natürlich auch Jobs an Mädchen und Jungs, die nur gelegentlich modeln (wollen).

Die als „Booking“ bezeichneten Aufträge sichern sowohl Model als auch Agentur das Auskommen. Eine Agentur besteht aus den eigentlich Agenten namens „Booker“, die für Kontakte, Aufträge und Abrechnung fürs Model unumgänglich sind.

Dahinter steht oft ein Team aus eigenen Stylisten und Fotografen, die fürs Pushen der Karriere erforderlich sein können. Größere Agenturen senden auch Scouts aus, die fortlaufend an allen möglichen Orten Ausschau nach Talenten halten.

Welche Voraussetzungen braucht ein Model?
Das richtige Alter, Aussehen und Ausdauer. Was ist aber „richtig“? Genau hier wird’s kompliziert. Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass Mädchen eine Körpergröße von 1,75 Meter und Jungen von 1,85 Meter haben sollten.

Häufig werden weibliche und männliche Models ab 15 Jahren engagiert, aber eine Modenschauagentur führt häufig neben den klassischen Models für Laufsteg oder Print auch Kinder, Senioren oder außergewöhnliche Werbegesichter  in den Karteien.

Für den Catwalk werden sehr junge, markante Models bevorzugt. Wer 18 Jahre oder älter ist, hat dort kaum mehr Chancen auf einen Einstieg. Für Werbeaufnahmen sind auch „ältere Semester“ oder „Charakter“ gefragt. Die Konfektionsgröße ist abhängig vom Einsatzgebiet, was uns gleichzeitig zur Typfrage bringt.

Das ist die Typfrage…
Freja Beha Erichsen ist nicht Heidi Klum. Was dieser Vergleich zeigt? Beide Models bedienen ein spezielles Segment, in dem jede auf ihre Weise äußerst erfolgreich ist. Überlegt, in welchem Bereich der Modewelt ihr euch seht. Was sagen gute Freunde über euer Potential? Vergleicht zudem die bereits gelisteten Models in einigen Agenturen.

Man sollte sich im Klaren sein, dass die Standards in professionellen Agenturen hoch sind. Die Modelbranche ist wie jeder andere Markt von Nachfrage-Angebot gekennzeichnet. Sprich: Wenn sich täglich dutzende Frauen und Männer als Model bewerben, ist eine Ab- wie Zusage schnell gemacht.

Gespräch mit Modelagentur
Agenturen beschreiten meist zwei Wege: Zum einen können sich potentielle Models online bewerben, zum anderen werden an bestimmten Tagen offene Castings für Newcomer durchgeführt. Wer sich bewirbt und gefällt, wird kontaktiert – das kann allerdings dauern. Drei Wochen und mehr sind besonders bei größeren Agenturen üblich, also gedulden.

Keine Reaktion? Natürlich könnt ihr euch initiativ melden, doch wird das wenig bringen. Unterlagen werden nicht immer zurückgesendet, das beim Versand der Fotos beachten. Für eine erste Bewerbung reichen üblicherweise zwei Bilder – einmal Porträt, einmal Ganzkörper in Bademode oder Unterwäsche.

Eine Sedcard (siehe weitere Infos unten) ist für EinsteigerInnen noch nicht erforderlich. Wenn bereits tolle Amateuraufnahmen vorhanden sind, können diese natürlich beigefügt werden. Allerdings bringt viel nicht auch viel. Booker suchen einen bestimmten Typ – und sind im Beurteilen sehr schnell.

Wenn ihr eingeladen werdet, kommen bestimmt nähere Fragen zum Berufswunsch und euren Hobbys. Erscheint gepflegt (Haare, Haut und Nägel!) und gebt euch natürlich. Daheim schon mal einige Posen überlegen, falls von euch Polaroids gemacht werden. Beim Vorstellungsgespräch ist im Normalfall kein Shooting vorgesehen.

Eine Agentur hat Verständnis für Unsicherheiten, eine Begleitperson (die sich im Hintergrund hält) ist für jüngere Models gerade zu Beginn der Karriere möglich. Ihr kommt in die Kartei? Glückwunsch, das ist der erste wichtige Schritt und bringt euch im nächsten Schritt zu einer professionellen Sedcard, die eurer Portfolio wird und bei Kundenterminen immer dabie ist.

Sedcard
Seriöse Agenturen strecken Kosten für den Fotografen, die Entwicklung und den Druck eurer Sedcard meist vor. Bei zukünftigen Aufträgen wird dann dieser Aufwand mit eurer Gage gegengerechnet.

Es kann sein, dass ein Model zunächst anteilig für eine Produktion mit Partnerfotostudios aufkommen soll, wir raten von solchen Angeboten ab. Nur in seltenen Fällen rentiert sich diese Ausgabe und eröffnet weitere lukrative Jobchancen. Informiert euch im Netz über favorisierte Agenturen und lest Erfahrungsberichte anderer Modelle!

Stimmt nur Aufnahmen für die Sedcard zu, bei denen ihr euch wohl fühlt.

Unter dem Kürzel „tfp“ time for prints (mittlerweile auch „tfcd“ time for CD) wird ein Shooting verstanden, bei dem das Model als Entlohnung die Abzüge vom Fotografen erhält. Der Fotograf wiederum kann sein Portfolio mit den Aufnahmen und damit seinen Ruf ausbauen. Unbedingt abgeklärt gehören dabei die Rechte am Bild und die weiteren Nutzungsrechte!

Auf unserem Blog ist für weitere Details bereits ein Ratgeber zur Bewerbung als Model erschienen. Ihr habt eure Fotomappe, die ihr stolz herumzeigt. Und jetzt können die ersten Aufträge kommen, oder?

Casting, und dann?
Zu einem Casting kommt ihr ausgeschlafen, geduscht und gepflegt (allerdings ohne Make-Up oder reichhaltige Pflegeprodukte auf Haar oder Haut). Die Kleidung bleibt dezent und ist figurbetont geschnitten, einen Bikini mitbringen für mögliche Vorabauswahl per Polaroid (habt ihr an eine Rasur gedacht?).

Flache, ordentliche Schuhe sind am besten geeignet, da ihr rasch von Termin zu Termin kommt und zugleich der Kunde eure Körpergrüße einschätzen kann. High Heels zum Probelaufen ggf. in Tasche mitnehmen. Eine Beurteilung des Kunden nicht als persönlichen Angriff auffassen.

Prägnant vorstellen und mit klarer Stimme sprechen (die Fremdsprache Englisch ist in der Modelbranche wichtig, Französisch von Vorteil!). Wer einige Posen daheim vor dem Spiegel übt, kann entspannt auf Probefotos eingehen.

Agenturen wählen auch deshalb sehr kritisch ihre Models aus, da Aufbauphasen von 12 Monaten und mehr nicht unüblich sind. Das heißt: In dieser Zeit wird in eure Karriere investiert, ohne dass sofortiger Gewinn abfällt. Eine scheinbare Bilderbuchkarriere ist in Wirklichkeit oft das Ergebnis harter Arbeit im Hintergrund und vieler Rückschläge.

Wie viel verdiene ich als Model?
Unterschiedlich. Ihr merkt, pauschale Antworten gibt es nicht. Die Gagen sind abhängig vom Bereich und euren bisherigen Aufträgen. Als grobe Richtlinie sind für Anfänger 500,- Euro für einen Tag Aufwand okay.

Wer mehr Erfahrung hat, verdient mehr. Es können 1.000,- bis 4.000,- Euro als Tageshonorar drin sein. Verdienste von mehreren Zehntausend Euro für ein paar Stunden Arbeit sind allerdings die Ausnahme – und Topmodels wie Gisele Bündchen, Claudia Schiffer etc. vorbehalten. Dieser Liga der Supermodels gehören einer Handvoll Frauen weltweit an.

Agenturen behalten bei Aufträgen eine Provision vom Model ein. Je gefragter ihr seid, desto niedriger wird diese ausfallen. Schließlich buhlen dann viele Booker um euch, wollen euch Jobs vermitteln und lange im Pool der Agentur behalten. Es ist also ein Geschäft der Wechselseitigkeit, ab 3% bis 20% sind an Provision gängig.

Model – das ist keine Karriere mit klaren Zielen, da viele externe Faktoren einfließen. Durchhaltevermögen und Disziplin sind immer wichtig. Der VELMA – Verband der lizensierten Modellagenturen e.V. bietet Interessierten weiterführende Informationen zu seriöser und qualifizierter Vermittlung von Models.

Bilder via Jason Hargrove, flickr.com

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2 Kommentare

  1. Wunderbarer Artikel, der das was viele nicht wissen/sehen genau auf den Punkt bringt!
    Gefällt mir gut – danke dafür. Hat Spaß gemacht diesen Artikel zu lesen :)

    LG,
    Suse von Modelagentur

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