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Umkehr des Unschuldsprinzip

Python, Plastik, Pailletten, Latex lassen gewissen Freiraum für das Kopfkino. Nicht so für die Designer. Im Herbst/Winter 2011 soll aus billig elegant bis unschuldig werden. Die Umkehrung des Material Prinzip – Revolutionär oder einfach nur unnötig?

Pythonleder, Pelz, Kunstfell, Latex, Plastik gelten als gemeinhin „sexy“ Materialien. Ein Klischee, dass vor allem durch schlechte Imitate, sowie gewisse Materialvorlieben im Rotlichtmilieu bedient wird. Nicht ohne Grund, den wer will schon in Pythonlederstiefeln zur Abendgala gehen.

Anders sehen das die Designer – von Marc Jacobs bis Miuccia Prada – auf zahlreichen Laufstegen sah man Schlangenelemente und Co. Bewusst und gezielt eingesetzt sollten sie ihr Image umkehren.

Auf die Spitze trieb es Miuccia Prada. In ihrer Kollektion zeigte sie sowohl Pythonleder, Kunstfell als auch Plastikpailletten. Gegenüber der Vogue verriet sie, sie wolle „glamouröse und sexy Materialien“ auf eine „unschuldige und frische“ Art neu interpretieren.

Dabei verpackte sie die „sexy“ Materialien in mädchenhafte A-Linien Schnitte bei Röcken und Mantelkleidern, plakative Muster im Mondrian-Stil und überdimensionale Knöpfe. Die Rocklängen bis zum Knie und hochgeschlossene Kragenformen verstärken den kindlichen Eindruck. Dazu wirken die Stulpen in Pythonleder wie unschuldige Kniestrümpfe.

Tatsächlich ist es Prada gelungen mit dem Klischee zu brechen, aber für welchen Preis? Letztendlich stülpt sie das Klischee des sexy und sündigen in das Klischee des Schulmädchens. Die Konsequenz: Reißt man beispielsweise die Pythonlederstulpen aus dem Kontext des Schulmädchenlooks taucht das alte Bild wieder auf. Was bleibt ist auf die eine oder die andere Weise ein Klischee.

Bilder via urfunked, bees and ballons

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