Know-how

Geburtsstunden der Mode

Vom Modediktat des Adels bis zur Demokratisierung der Mode war es ein weiter Weg. Die wichtigsten Personen, Daten und Ereignisse im Überblick.

1500 bis 1600: Als erste wichtige Figur in der Mode ist Maria de`Medici zu nennen. Als sie um 1600 den französischen König Heinrich IV heiratete wurde sie nicht nur modisches Vorbild, sondern brachte auch den Begriff „alla moda italiana“ also nach italienischer Art mit ins Land. Aus dem Begriff entwickelte sich dann der  heutige Begriff der Mode. Zur gleichen Zeit in etwa um 1500 bildete sich noch eine weitere wichtige Strömung, nämlich die Landsknechte. Die Landsknechte waren Söldner, die sich mit ihrer Schlitzmode dem Diktat der Adelsmode widersetzten. Sie waren die erste Subkultur, die die Männermode der Zeit prägten. Das erste Mal in der Kostümgeschichte entwickelte sich Mode von unten nach oben, also aus der Subkultur zum Hof.

1789 Die französische Revolution: Das Ende des Modediktats des Adels folgt 1789 per Gesetz. Die französische Revolution bedeutete das Ende des Feudalsystems, das Ende der Herrschaft des Adels und modisch gesehen das Ende der Hofmode. Frontfigur in der Mode waren die Sansculotte (ohne Kniebundhosen), damit grenzen sich die Revolutionäre konsequent vom Adel und deren Knibundhosen ab. Die modische Konsequenz die Trennungslinie verschiebt sich. Die Trennung erfolgt in der Mode jetzt nicht mehr zwischen Adel und Nichtadel, sondern zwischen Mann und Frau.

19. Jahrhundert: Mit der Industrialisierung im 19. Jhd. entwickelte sich auch in der Mode die Massenproduktion. Die Konsequenz durch die günstige und schnelle Produktionsweise wird die Mode immer demokratischer. Paris ist zu dieser Zeit tonangebend für die Frauenmode. Charles Frederick Worth entwickelt die Haute Couture und der Schneider wird zum Couturier. Parallel ist London das Zentrum für die Männermode. Dort entsteht das Sakko bzw. der Dreiteiler für den Mann.

20. Jahrhundert: Einen Befreiungsschlag für die Frauen vollführte Paul Poiret, indem er das Korsett abschaffte. So gewappnet ebnete er den Weg für die Emanzipation. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Etablierung der Prêt-à-porter in England zwischen 1955 und 1959. Prêt-à-porter definiert sich als fertige Kleidung eines Labels, angeboten in einer Boutique. Maßgeblich dafür verantwortlich waren Mary Quant und Barbara Hulanicki, die mit ihren Boutiquen in der Carnaby Street Mode jedem zugänglich machten. Das „Youthquake“ erfasst nicht nur die Mode, sondern die ganze Gesellschaft. Die Entwicklung von der Hofmode zur Massenmode war erreicht. Zusammengefasst brachte das 20.Jhd. die Jugendmode, die Prêt-à-porter und vor allem die Demokratie in die Mode.

Von Maria de`Medici bis zu Mary Quant war es ein weiter Weg, der das Modediktat beendete und die Mode demokratisch machte.

Bild via fineartprintsondemand


Tags: ,

1 Kommentar

  1. Boah wie cool. sehr schöne zusammenfassung der geschichte der mode !

Bitte einen Kommentar hinterlassen