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Das Geschäft mit den Kleinsten

Dior, Burberry, Gucci und jetzt auch Versace – immer mehr Luxuslabels springen auf den Zug der Kindermode auf. Scheinbar weil das Geschäft mit den Kleinsten immer lukrativer wird. Dabei warnen Wissenschaftler davor Kinder wie Erwachsene anzuziehen. Eine aktuelle Studie regt zu Diskussionen an.

Psychologieprofessorin Sarah Murnen vom Kenyon College untersuchte mit ihren Studenten die Internetseiten von 15 Kindermodeherstellern in den USA. Ungefähr 5700 Kleidungsstücke wurden danach beurteilt, ob sie kindlich, aufreizend oder bestimmte Merkmale betonten.

Dabei stuften die Forscher  beispielsweise ein pastellfarbenes Oberteil mit Schmetterlingsdruck als kindlich ein. Leopardenprints oder Spitzenwäschestoffe galten als aufreizend und Bikinis, die die Brüste mit dreieckigen Stoffstücken hervorhoben als körperbetont.

Das Ergebnis: 69 % der Kleidung war kindlich, 4% hatten sexualisierende Merkmale und 25% wiesen von beidem etwas auf.

Doch worin liegt nun eigentlich die Gefahr für Kinder? Die Problematik liegt darin, dass sich Kinder die bereits im Grundschul- oder Kindergartenalter aufreizende Kleidung tragen auch das gängige Schönheitsideal aneignen. Damit ist beispielsweise das gängige Schlankheitsideal für Frauen gemeint.

Auch gerade Mischformen zwischen kindlicher und sexualisierender Kleidung für Kinder sind gefährlich warnen die Forscher in ihrer Studie. So werde die verfrühte Sexualisierung von Mädchen verschleiert. Die Eltern könnten sich täuschen lassen und beispielsweise einen Minirock mit Leopardenmuster für ihre Tochter kaufen, bloß weil er rosarot gemustert ist.

Welche Grenzen dabei manche Designer bei Kindermode überschreiten schockierte auch schon in der Vergangenheit. So geriet das amerikanische Modelabel Abercrombie in die Schlagzeilen als es Stringtangas für Kinder mit dem Aufdruck „Winke Winke“ oder „Süßes fürs Auge“ auf den Markt brachte.

Auch die Modekette Primark schockierte mit Triangel Bikinis für Kinder, in denen Push-Up Polster eingearbeitet waren. Bizarre Beispiele, wie die verfrühte Sexualisierung auf die Kleinsten treffen kann.

Die Gefahr: Kinder können sich nicht mehr unbeschwert, fernab von Schönheitsidealen entwickeln und werden mehr und mehr zu Modepüppchen. Welch erschreckende Züge der Schönheitswahn dabei annehmen kann, zeigte vor kurzem der Fall einer Mutter, die ihrem Achtjährigem Kind regelmäßig Botox spritzte.

Um solche Horrorszenarien zu vermeiden ist es umso wichtiger, dass sowohl Eltern als auch die Modeindustrie Verantwortung übernehmen und kindgerechte Mode produzieren.

Bilder via velvetmag, stylosophy

 

Tags: Dior, Gucci, , , Versace

1 Kommentar

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