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Von aktuellen Ab- und Zugängen

Was Düsseldorf fehlt, hat Berlin mehrfach. Anfang Oktober 2011 wurde es bekannt gegeben: Die Modemesse „cpd – collections premieren düsseldorf“ wird in ihrer bisheriger Form nicht weiter bestehen.

Unter „cpd Signatures“ wird zum letzten Mal von 4. bis 6. Februar 2012 auf dem Düsseldorfer Messegelände aktuelle Womenswear vorgestellt. In der Branche war zuletzt von mangelnden Besucherzahlen und einem veralteten Konzept für die Aussteller die Rede.

Ist damit die 60 Jahre währende Ära des Modestandort Düsseldorf vorbei?

So sang- und klanglos soll es nicht vonstatten gehen, denn die Düsseldorfer Organisatoren-Gesellschaft Igedo setzt auf verändertes Programm und Präsentation.

Unter dem Format „The Gallery Düsseldorf“ sollen von 21. bis 23. Juli 2012 rund 200 Kollektionen für Mode und Accessoires mit hohem Designanspruch zu sehen sein. Als Veranstaltungsort wurden die alten Maschinenhallen der Böhler-Werke erkoren, die ein jüngeres Fachpublikum anziehen sollen.

Um die neue Modemesse bekanntzumachen, wird im Januar 2012 in Berlin-Mitte eine Vorschau mit rund 80 Kollektionen für interessierte Besucher erfolgen. Appetizer auf dem Gebiet der Konkurrenz?

Sowohl in Berlin als auch Düsseldorf mimt man auf Harmonie und verweist auf unterschiedliche Ausrichtungen der Messen.

Die Hauptstadt hat sich europaweit einen Namen in puncto Denim, Streetwear und hipper Labels geschaffen, während Düsseldorf weiterhin auf hochkarätige Damenmode abzielen will. Der Markt ist in Deutschland offenbar (noch) groß genug, wenn auch nicht alle Konzepte aufgingen.

Denn bei den Kleinen gab es in Berlin mitunter große Rückschläge. Das im Sommer 2010 auf der Bread & Butter gestartete „Kids Camp“ für exklusive Kindermode wurde nach einmaliger Präsentation wieder eingestellt.

Um die 45 namhafte Aussteller hatten sich zwar eingefunden, doch angesichts der parallel stattfindenden Modemesse des Marktführers Pitti Bimbo und dem etablierten, nationalen Standort Köln blieben die internationalen Labels und wichtige Einkäufer der Hauptstadt nach der Premiere fern.

Es gab dann Bemühungen, mit der „Bread & Butter Youngstars“ eine Neuauflage zu wagen. Doch letztlich fehlte das Interesse der Aussteller und die Bread & Butter hat bis auf Weiteres keinen Bereich für Kidswear mehr vorgesehen.

Dann wohl lieber den Bereich der „erwachsenen“ Mode neu unterteilen. Das taten die erfahrenen Messeveranstalter Anita und Norbert Tillmann in Zusammenarbeit mit Jörg Wichmann von Berlinomat und der Messe Berlin.

Neben den bisherigen Zugpferden „PREMIUM“ und „Seek“ kommt nämlich von 4. bis 6. Juli 2012 die Modemesse „Panorama“ neu hinzu. Auf dem Gelände des künftigen Hauptstadtflughafen werden dann halbjährlich im Sommer und Winter preiswertere Kollektionen und Accessoires für Damen und Herren gezeigt werden. Ausgefallene Events und Präsentationen für hierzulande weniger bekannten Brands und Designer sollen die Premiere abrunden.

Berlin im doppelten Sinne im Höhenflug… Natürlich freuen wir uns über innovativn Konzepte, wenn auch noch abzuwarten ist, wie sich die neuen Messen entwickeln. Was meint ihr: Ist das Abdecken diverser Nischen eine gelungene Strategie? Oder zerfranst sich der Modestandort Berlin langsam, aber stetig in zu viele Modemessen?

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