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Wohin „gehen“ die Luxusschuhe nun?

Warum der Rücktritt von Tamara Mellon weit mehr ist als nur Rückzug. Sie hat die Jimmy Choo “Icons Collection” zum 15. Firmenjubiläum noch abgewartet. Jetzt gab Kreativdirektorin Tamara Mellon ihren sofortigen Rücktritt bekannt. Die Designer Sandra Choi und Simon Holloway bleiben weiterhin beim Schuhlabel.

Tamara „Mrs. Killer Heel“ Mellon ist nicht die Einzige, die dem von ihr 1996 mitbegründeten Label den Rücken kehrt: Auch der Vorstandsvorsitzende Josh Schulman verkündete, dass er mit 2012 einen neuen Job annehmen möchte. Welcher das sein wird, blieb noch unkommentiert.

Doch es gibt einige interessante Neuigkeiten, die die Runde machen – plant Tamara Mellon bereits ein eigenes Label?

Nahe liegend scheint die Zusammenarbeit von Mellon und Schulman zumindest. Nachdem die Geschäftsfrau in einem Interview mit WWD nämlich über die Finanzierung eines Labels sprach, glauben viele in der Branche an einen baldigen Neustart der beiden.

Es könnte sich beim Launch um ein mehrteiliges Geschäftsmodell handeln, bei dem Accessoires, Kleidung und Kosmetik unter Tamaras Namen auf den Markt kommen. Ihr hochprofessionelles Auftreten sowie ihre Kontakte zu wichtigen Medienpartnern (Tamara war vor Jimmy Choo u.a. für die britische Vogue Redakteurin) deuten einen großen Erfolg an.

Um ihre eigene Zukunft braucht sich Tamara Mellon sowieso keine großen Sorgen machen: Es wird gemunkelt, dass sie ihr durch “Sex and the City” bekannt gewordenes Schuhlabel mit rund 100 Millionen Euro Abfindung verlässt. Wie aber geht’s mit Jimmy Choo weiter?

Die Schuhmarke muss sich mit der persönlichen Abkehr von Tamara Mellon über die weitere Strategie klar werden. Die Geschäftsverhältnisse haben in der Vergangenheit einige Mal gewechselt. Der namensgebende Schuhmacher Jimmy Choo verkaufte seine Anteile bereits 2001 an eine Holding. Im Jahr 2007 wurde an ein Investmentunternehmen weiter verkauft und mit Mai 2011 übernahm schließlich Labelux (u.a. auch Bally) für rund 610 Millionen die Schuhmarke Jimmy Choo.

Die größte Gefahr bei Luxusmarken ist die Beliebigkeit, denn zum Verkaufen benötigt man besonders hohe Identifikation und Emotion. Mit Tamara Mellons Rücktritt geht auch ein Teil des „Spirits“ der Schuhe verloren.

Sie stand als Person wie keine andere für die Marke – sexy, erfolgreich und stets auf bis zu 14cm hohen Absätzen unterwegs. In Interviews verriet Mellon, dass sie außer Joggingschuhen von Nike und UGG Boots nur Jimmy-Choo-Stilettos trägt – ab 400 Paar habe sie mit Zählen aufgehört, seufz.

Die neue Geschäftsführung muss bald entscheiden, ob Jimmy Choo durch mehr neue Filialen und Expansion zum „gehobenen Mainstream“ wandert oder ob die Exklusivität der Schuhe in Design wie Preis in Zukunft angehoben wird.

So oder so eine Entwicklung, die wir gespannt verfolgen!

Bilder via Covermedia, Jimmy Choo Press und GoSee

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