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Werbekampagne auf Haiti sorgt für Debatte

Kampagne mit Kontrast zwischen Arm und Reich. Das erfolgreiche brasilianische Model Adriana Lima ist aktuell erstmals in einer Kampagne für das US-Label Donna Karan zu sehen. So weit, so gewöhnlich.

Doch das gewählte Motiv erhitzt gerade in und außerhalb der Modewelt die Gemüter!

Das Fotoshooting fand auf Haiti statt und ist laut Aussage der Designerin vom dortigen Künstler Philippe Dodard inspiriert, der für abstrakte, sehr eindringliche Gemälde bekannt ist. Für die Kampagne platzierte Fotograf Russell James hinter dem Topmodel zwei Einheimische, deren Identität im Verborgenen bleibt.

Worüber streitet die Internetgemeinde bei Donna Karans Werbekampagne konkret?

Für viele geht mit der hintergründigen Platzierung der beiden Haitianer ein Vorwurf des modernen Imperialismus einher. Außerdem sei es absolut unangebracht, mit luxuriöser Designermode im Wert von hunderten und tausenden Euros in einem derartigen Kontext zu werben.

Dazu muss man wissen, dass der südamerikanische Inselstaat aufgrund fortwährender politischer Unruhen und schwacher Wirtschaftssituation zu einem der ärmsten Länder der Welt zählt. Ein schweres Erdbeben im Januar 2010 verschärfte die ohnehin schwierige Situation der einheimischen Bevölkerung weiter.

Befürworter sehen hingegen im Motiv eine gelungene und bewusste Provokation: Wer rüber die Kampagne diskutiert, steigert insgesamt die Wahrnehmung für die Probleme Haitis. Durch ein Ausblenden der lebensbedrohlichen Umstände würden diese ja nicht gelöst. Aufwecken durch anecken.

Donna Karan engagiert sich in Hilfsprojekten ihrer Stiftung „Urban Zen“ auch auf Haiti, war gerade im Dezember 2011 vor Ort und fördert mit „Hope Help & Rebuild Haiti“ den Wiederaufbau der Insel.

Werden mit der Kampagne „die beiden Welten zusammengebracht“ und das Bewusstein geschärft, wie die Presseaussendung uns verrät? Oder steht dieses Motiv stellvertretend für rassistische Dekadenz in der Werbung?

via The Cut

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