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Haute Couture auf Höhenflug?

Karl zeigt sich von Stewardessen und androgynen Silhouetten inspiriert. Ich bin über den Fashionblog Fashion-Fan zuerst auf die neueste Präsentation des Modehauses Chanel® aufmerksam geworden.

Chefdesigner Karl Lagerfeld lud in Paris seine Muse Alice Dellal (modelt ab sofort für die Chanel® „Boy“ Handtaschenkollektion), Cameron Diaz, Vanessa Paradis und zahlreiche andere Gäste zum exklusiven Bording für die Haute Couture Frühjahr/Sommer 2012.

War die edle Kollektion aber tatsächlich ein Höhenflug?

Ich möchte diplomatisch und noch kurz beim Sinnbild des Fluges bleiben: Die Chanel® Haute Couture Spring 2012 mag einige Male wahrlich schwindlig machen, doch zwischendrin sackte mein Interesse wie in einem Luftloch ab. Nun genug der zwanghaften Wortspiele – was gefiel, was nicht?

Mir persönlich sagt der Mix an Silhouetten und ungewöhnlichen Kragenformen zu, für die sich Karl Lagerfeld aktuell entschied. Die Taille ist bei den Kleidern und Kostümen sehr tief angesetzt, dafür wird der Schulterpartie mit abstehenden U-Boot-Kragen und aufwändiger Verzierungen großes Augenmerk geschenkt. Zum Glück verabschiedet sich Karl von seiner “Hose plus Rock”-Kombi, die mich in den vergangenen Saisonen bereits verwirrte!

Karl bleibt seinem Hang zu Androgynität (siehe Chanel®-Werbegesichter Freja Beha Erichsen und aktuell Saskia de Brauw) und höchster Handwerkskunst beim Textil treu. Die schimmernden Stoffe und Stickereien verleihen der Kollektion eine ordentliche Portion Frische, was die hochgetürmten Frisuren der Models unterstrichen.

Andere Teile der Kollektion kommen mir hingegen zu vertraut und wenig überraschend vor: Hatte nicht Alexander Wang oder Dries Van Noten schon längst Dip-Dye mit dem verwaschenen Farbverlauf auf Stoffen für sich entdeckt? Waren Rüschen und Taft nicht ausreichend bei der Prêt-a-Porter-Kollektion für Frühjahr/Sommer 2012 bei Chanel® vertreten…

Ich schätze an Karl aber seinen Reichtum an Stilen, die er zu kreieren vermag – die Prefall-Kollektion „Paris-Bombay“ schwelgt in scheinbar vergessener Opulenz, die Ready to Wear überzeugt wiederum mit sanfter Romantik und fantastischer Unterwasser-Inszenierung. Und nun setzt die Haute Couture eine futuristische Ode an die Flugfahrt.

Mondän modern. Wer in Ansätzen diesen Style nachmachen will und momentan nicht die nötigen Euros für die Chanel®-Originale auf der Seite hat, sollte sich für den Sommer nach Metallic in verschiedenen Nuancen von Blau und Silber umsehen und diese mit weißen Basics und transparentem Chiffon kombinieren!

Wie gefällt euch die Chanel® Haute Couture Spring 2012?

Bilder via Covermedia

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